Sechs Lange Tafeln nehmen sich 2009 den 20jährigen Mauerfall zum Thema

Die Lange Tafel – Eine soziale Plastik für den Dialog der Generationen baut theatrale Kommunikationsräume auf für eine gegenseitige Integration und für eine bessere Kommunikation.

Die Lange Tafel – Ein Theater der Integration mit Rollenspielen für ein besseres Verständnis, eine interaktive dokumentarische Inszenierung in drei Akten, die visuell, haptisch, akustisch, lukullisch und geistig erfahrbar ist.

Die Akteure sind Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren. Sie agieren im Rollenspiel als Chronisten, Moderatoren und Gastgeber und bringen damit einen lebendigen Chor des kollektiven Wissens zum Schwingen. Die Inszenierung ein Klangkörper der authentischen Erinnerungen. Über einen Zeitraum von einem halben Jahr, bettet sich die Inszenierung in den Rhythmus der Natur nach dem Vorbild des antiken griechischen Theaters.

Der erste Akt, die Gesprächsrunden im Frühling nimmt sich der Begegnung, dem Sprechens und Zuhörens an. Die Schüler proben in einem achtwöchigen Prozess ihre Rollen als Chronisten, die sie bei den inszenierten Gesprächsrunden zur Aufführung bringen. Das Ergebnis ist eine von den Schülern geschriebene Chronik.

Der zweite Akt, das Große Spaghettiessen im Sommer erklärt die Straße zur Bühne. Das Bühnenbild ist eine 200 Meter lange Spaghetti-Tafel begleitet von einer Installation, auf der die Geschichten der Chronik zum Lesen für Alle im Wind flattern. Die Inszenierung in der Form als Open-Space regt einen spielerischen Austausch der Erinnerungen an. In Szene gesetzte Situationen öffnen sich für dialogische Improvisationen. Schlager, Chansons, und Heimatklänge schaffen synästhetische Erfahrungen.

Der dritte Akt, die Ausstellung im Herbst, mitten in der Agora (Zentrum einer Wohngegend) offenbart die Geschichten aus der Chronik zusammen mit großen, dokumentarischen Photographien. Im Fokus steht die soziale Geste mit ihrem authentischen Moment der Begegnungen zwischen Jung und Alt. Die Ausstellung entwickelt eine kontemplative Anziehungskraft in der sonst regen Alltagskultur des Kiezes oder der Kommune.

Wir von der Langen Tafel holen unser Publikum ab oder treffen es auf der Straße und laden es ein, sich mit uns auf die Bühne zu setzen.

Die Wirkung der Langen Tafel und ihre Nachhaltigkeit: Der Transformationsprozess über alle drei Akte ist der unsichtbare Faktor der Langen Tafel. Er schmiegt sich wie die Katharsis während einer Theateraufführung in die Herzen der Menschen und bewegt dabei festgefahrene Gemütszustände. Erst durch die jährliche Wiederholung dieses Gesamtkunstwerkes als Kollektives Ritual offenbart sich seine regionale integrative Kraft und kann auf längere Sicht die Gesellschaft verändern.

Die künstlerische Anbindung der Langen Tafel mit ihren drei Akten.

Hier befruchten sich mehrere Kunstkonzepte der Moderne und Postmoderne:

  • Das unsichtbare Theater nach Augusto Boal
  • Das Theatre Piece von John Cage
  • Die Regie von Massenszenen in Federico Fellinis Filmen,
  • Die Aktionskunst der Russischen Revolution
  • Das Happening aus der Zeit des Fluxus
  • Und schließlich die soziale Skulptur von Beuys